1 Monat Portugal – Wir sind angekommen!

2. Oktober 2020

Wir sind jetzt seit knapp einem Monat in Portugal und ich dachte, es wäre nett, in regelmäßigen Abständen darüber zu berichten, wie wir uns hier einleben, wie unser Alltag aussieht und was uns gerade so besonders beschäftigt. Den Anfang macht ein kleiner Rückblick über die letzten vier Wochen. Unsere Fahrt nach Portugal, das Ankommen in unserem neuen Zuhause und natürlich der Schulstart für unseren Großen.

Aber jetzt erst mal ein paar Worte dazu, wie wir die knapp 3.000 km von Hamburg an die Westalgarve zurückgelegt haben. Wie so oft war alles gut durchdacht, lange im Voraus geplant und ist dann doch völlig anders gekommen, als wir uns das eigentlich vorgestellt hatten. Ursprünglich wollten wir uns am 21. August offiziell von Hamburg verabschieden und aufbrechen in Richtung Aschaffenburg. Wir wollten noch ein paar Tage in meiner alten Heimat bei meiner Familie und Freunden verbringen, bevor es dann weiter gehen sollte nach Portugal. Arne wollte mit den Jungs die Strecke im Camper fahren und ich mit einem sehr guten Freund, der sich glücklicherweise bereit erklärt hat, uns auf dem Weg in unser neues Zuhause zu begleiten, in unserem frisch gekauften 16 Jahre alten Geländewagen. Als kurz vorm eigentlichen Startdatum abzusehen war, dass der Wagen aber nicht pünktlich aus der Werkstatt kommen wird, haben wir entschieden, den Plan umzuwerfen, und zu viert mit dem Camper – allerdings ohne Arne schon loszufahren. Die Kinder waren maximal aufgeregt und wir dachten zu dem Zeitpunkt noch, es kann sich ja nur um ein paar Tage handeln. Also wäre es eine gute Idee, wenn er in Hamburg auf den Wagen warten und dann nach Aschaffenburg nachkommen würde und wir von dort gemeinsam wie geplant starten. Als dann aber nach knapp einer Woche warten abzusehen war, dass das mit dem Auto eine längere Geschichte wird, haben wir die Entscheidung getroffen, ohne Geländewagen nach Portugal aufzubrechen. Arne hat sich in den Zug gesetzt und ist nach Aschaffenburg gekommen. Das war zwar nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten, aber in dem Momentfür uns die beste Lösung. Zehn Tage später als geplant waren wir dann also endlich zu fünft im Camper unterwegs in unser neues Zuhause. 

Die Fahrt an sich war total entspannt. Arne hatte jemanden, mit dem er sich beim Fahren abwechseln konnte, und die Kinder sind ja durch die Reise zum Glück erprobt in langen Autofahrten. Wir haben jeweils eine Nacht in Frankreich und eine Nacht in Spanien auf abgelegenen Plätzen in der Nähe der Autobahn, die wir über Park4Night gefunden hatten, ein paar Stunden geschlafen. Insgesamt hat, als wir unterwegs waren, alles total entspannt geklappt. Keine großen Grenzkontrollen aufgrund von Corona, wenig Verkehr und freie Straßen. Am 02. September haben wir vormittags die portugiesische Grenze oberhalb von Lissabon passiert und waren ein paar Stunden später bei Freunden in Olhalvo, die dort mit der Quinta Mágica ein portugiesisches Guesthouse betreiben. Das Ankommen dort war so schön! Wir haben uns gefreut, in Portugal zu sein, gefreut, unsere Freunde zu sehen und vor allem aber haben wir uns gefreut, dass der größte Teil unserer Fahrt geschafft war. Nach einer Nacht auf dem Grundstück der beiden haben wir uns am nächsten Morgen dann nur noch zu viert auf den Weg an unser eigentliches Ziel die Westalgarve gemacht.

Eigentlich wären wir gerne noch ein paar Tage länger geblieben, aber an der zukünftigen Schule von Emil sollte an dem Nachmittag ein Elternabend stattfinden und wir wollten die Chance unbedingt nutzen, noch mal mit Emil gemeinsam ein bisschen Zeit an der Schule verbringen zu können. Fünf Minuten vor Beginn des Treffens sind wir an der Schule angekommen und sozusagen direkt von unserem Camper in unser neues Leben gestolpert. Es war nett, die Lehrer und die anderen Eltern vorab kennenzulernen und das gute Gefühl, dass wir nach dem ersten Besuch der Schule im Februar hatten, hat sich absolut bestätigt. Nach dem Elternabend ging es direkt für uns weiter zur Schlüsselübergabe für das Haus, dass wir gemietet hatten. Und dann, ja, dann waren wir tatsächlich endlich angekommen.

Die erste Woche, die wir hier waren, hatte Arne noch frei. Wir haben die Zeit genutzt, um uns einzurichten, unseren ganzen Kram auszupacken und die nähere Umgebung rund um unser Haus zu erkunden. Das Haus, in dem wir wohnen, ist voll möbliert. Das trifft natürlich nicht zu hundert Prozent unseren Stil, aber mit ein paar kleinen simplen Dingen konnten wir es doch schnell ziemlich gemütlich machen. Das Wichtigste war wie immer, dass die Kinder sich wohlfühlen, und ich würde sagen, das hat ziemlich schnell geklappt.

In der zweiten Woche ging dann sowohl das Arbeiten von Arne als auch die Schule von Emil los. Der erste Schultag war sehr aufregend, aber auch total schön. Für Emil war es nach eineinhalb Jahren ohne Kinderbetreuung ein ziemlich großer Schritt, überhaupt erst mal in die Schule zu gehen. Und dann auch noch in eine Schule, auf der fast ausschließlich portugiesisch gesprochen wird. Aber ich finde, er hat das unglaublich toll gemacht und ich bin sehr stolz auf unseren kleinen Großen! Nach jetzt fast zwei Wochen Unterricht scheint sich das zu bewahrheiten, was Arne und ich insgeheim gehofft haben. Er fühlt sich dort wohl, er geht gerne dort hin, hat schon Freunde gefunden und wenn man ihn fragt, wie es in der Schule war, sagt er: Toll!

Wir als Familie grooven uns jetzt also so langsam hier ein. Arne arbeitet, Emil geht zur Schule, Anton und ich verbringen den Vormittag zusammen und machen alle Erledigungen rund um unseren Alltag. Der Kleine hat die ersten Tage, in denen sein großer Bruder vormittags nicht da war, ganz schön unter der Trennung gelitten, aber auch er findet sich langsam ein in der neuen Situation. Die Freude, wenn wir Emil von der Schule abholen, ist jeden Tag riesig und die beiden verschwinden dann meist erst mal in ihrem Zimmer und spielen häufig richtig lange und friedlich miteinander. Die Zeit kann ich dann ganz wunderbar nutzen, um auch tagsüber ein bisschen zu arbeiten. Das Wetter war die letzten Wochen richtig gut und wir konnten oft noch abends zu Arnes Feierabend gemeinsam an einen der Strände in unserer Nähe fahren.

Bisher haben wir die Entscheidung, unseren Plan nach Portugal zu gehen so eisern zu verfolgen, noch nicht einmal bereut. Unser Auto ist zwar immer noch nicht da und auch wenn der Start etwas holprig und anders als geplant war, sind wir alle froh, es letztendlich genauso gemacht zu haben.

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