Über das Schwimmen lernen und was uns dabei geholfen hat

1. Oktober 2019

Wasser war, um ehrlich zu sein, immer eine unserer größten Ängste als Eltern. Deshalb war für uns klar, sobald die Kinder in der Lage dazu sind, müssen sie so schnell wie möglich schwimmen lernen. Wir selber lieben das Wasser und schon als wir noch in Hamburg waren, haben wir jede Gelegenheit genutzt, an Elbe oder Alster, oder eben an Nord- oder Ostsee zu kommen. Die Liebe zum Wasser wollen wir unseren Kindern also auf jeden Fall mitgeben, aber dafür muss erst mal die Angst weichen. 

Die Großeltern haben im Garten einen ziemlich schönen Pool. Damit war die Angst eigentlich, sobald Emil einigermaßen mobil unterwegs war, für uns präsent. Die Vorstellung, dass der kleine Mann ins Wasser fällt und es keiner bemerkt, war einfach nicht auszuhalten. Auch nur einen Moment unbeobachtet im Garten zu sein war also auf keinen Fall möglich und wir haben sogar überlegt, einen Zaun um den Pool zu bauen, um auf Nummer sicherzugehen. 

Wenn man sich mal mit dem Thema Schwimmen lernen bei Kindern auseinandersetzt, sind die Informationen, die man bekommt, auch echt ziemlich erschreckend. Nach einer Forsa Umfrage von 2017 sind 59 % der zehnjährigen Kinder keine sicheren Schwimmer. Als Gründe dafür werden unter anderem die sich verändernden familiären Umstände als auch die Tatsache, dass in immer mehr Grundschulen kein Schwimmunterricht angeboten wird, genannt. Außerdem klärt der DLRG auch ziemlich deutlich darüber auf, dass als sicherer Schwimmer nur der gelten kann, der mindestens das Jugendschwimmabzeichen in Bronze – also den Freischwimmer besitzt. Das Seepferdchen ist kein Schwimmabzeichen, sondern nur eine Bescheinigung dafür, dass das Kind sich kurze Zeit über Wasser halten kann.

Emil hatte schon, als er ganz klein war ziemlich schnell Kontakt mit dem Wasser. Unsere Hebamme, mit der wir uns sehr gut verstanden haben, hat einen Babyschwimmkurs angeboten, an dem ich regelmäßig mit ihm teilgenommen haben. Er hatte auch eigentlich zu Beginn richtig Spaß am Wasser. Als Wasserratte konnte man ihn aber durchaus noch nicht bezeichnen. Sobald er größer wurde, hatte er schnell nicht mehr so richtig viel Freude am Planschen. Außer im Babybecken, aber sobald das Becken eine Tiefe hatte, in der er nicht mehr stehen konnte, hat er sich panisch an uns festgeklammert. Das ging ziemlich lange so und die Idee, ihm wirklich schwimmen beizubringen, rückte immer weiter in die Ferne. Dann waren wir im Sommer, als er drei war, wieder bei meinen Eltern zu Besuch. Mittlerweile hatten wir für ihn eine gute Schwimmweste besorgt, mit der er sich im Pool im Garten schnell sichergefühlt hat. Er ist ins Wasser gesprungen, hat geplanscht und hatte richtig Freude dabei. Die Scheu war also verschwunden, der Respekt vor dem Wasser fürs Erste aber geblieben. 

Mit vier haben wir ihn dann bei einem Schwimmkurs in Hamburg angemeldet. In einem Fitnessstudio ganz in unserer Nähe, hat die Schwimmschule Swym Kurse angeboten. Die Schule wirbt mit dem Slogan „Schwimmen lernen – eine Sorge weniger.“ Klar, dass uns das sofort angesprochen hat. Und wir waren auch wirklich sehr zufrieden mit deren Angebot und Umsetzung. In kleinen Gruppen, in einem schönen Becken, mit wirklich netten Schwimmlehrern hat Emil an der ersten Stufe, dem Schwimmlernkurs, teilgenommen. Das ist sozusagen die Vorbereitung auf den Seepferdchen Kurs, in dem Kinder ohne Schwimmerfahrung lernen, ein kleines Stück im Wasser zu schwimmen, zu tauchen und ins Wasser zu springen. Die ersten Stunden waren für ihn nicht unbedingt leicht, er hat sich irgendwie zu Beginn schwergetan, sich auf den Kurs einzulassen. Aber nach ein paar Wochen hat er sich entspannt und hatte dann auch recht schnell erste Erfolge, auf die er wahnsinnig stolz war. Und ich auch. An dem Folgekurs, dem eigentlichen Seepferdchen Kurs, konnte er dann schon nicht mehr teilnehmen, weil wir drei Wochen nach Beginn des Kurses auf unsere Reise aufgebrochen sind. Wir haben uns aber vorgenommen, regelmäßig schwimmen zu gehen, damit er weiter üben kann und noch mehr Sicherheit bekommt. 

Am Anfang als wir unterwegs waren, hat das allerdings nur mäßig gut geklappt. Es war einfach noch nicht warm genug, um im Meer zu schwimmen und auf einen Pool hatten wir nie so richtig Zugriff. Als es dann endlich mal die Gelegenheit gab, war die Unsicherheit wieder größer und wir mussten ihn schon immer doll überreden überhaupt mal ohne Schwimmhilfe mit uns ins Wasser zu kommen, um zu üben. Irgendwann an einem See in Spanien, wo es dann schon recht warm war, hat er sich getraut und wieder angefangen Schwimmzüge zu üben. Zum Glück hat das dann schnell geklappt und er ist drangeblieben. Wann immer es die Möglichkeit gab, hat er abwechselnd, mal mit mal ohne Schwimmweste gebadet und so schnell wieder an Sicherheit im Wasser gewonnen. Im Meer hatte er schon erst noch mal mehr Respekt vor den Wellen, aber auch hier ist er schnell mutiger geworden. 

Vor zwei Woche hat uns meine Schwester mit ihrer Familie in Portugal besucht. Sie haben sich ein wirklich wunderschönes Haus mit Garten und Pool in der Nähe von Viana do Castelo gemietete und wir haben ein paar Tage dort bei ihnen mit unserem Camper gestandene. Die Cousine im gleichen Alter wie Emil hat schon ihr Seepferdchen Abzeichen und das hat ihn noch mal total angespornt. Oma und Opa haben dann noch einen Tauchring mitgebracht und in dem Pool, in dem er aber wirklich nur gerade so stehen konnte, hat er soviel geübt, dass wir jetzt sagen können, dass er auch das Seepferdchen auf jeden Fall schaffen würde. Der erste Schritt in Richtung Schwimmen lernen ist also definitiv getan. Und wir zumindest schon mal ein kleines bisschen erleichtert. 

Was Emil beim Schwimmen lernen auf jeden Fall sehr geholfen hat, war die Schwimmweste von Aqua Sphere. Entdeckt habe ich sie vor einiger Zeit bei Sarah auf ihrem tollen Blog SarahPlusDrei. Zu der Zeit haben wir uns gerade Gedanken darüber gemacht, was für eine Weste denn die richtige für uns sein könnte. Also haben wir sie bestellt, ausprobiert und fanden sie direkt super.
Die Weste sorgt durch ihre Auftriebshilfe dafür, dass die Kinder merken, wie es sich anfühlt, auf dem Wasser zu schweben. Anders als bei Schwimmflügeln kommen sie einfacher in die richtige Haltung im Wasser und können so mit mehr Stabilität die Schwimmbewegungen besser üben. Die Auftriebspaneele aus Schaummaterial sorgen für eine gute Lage und Balance im Wasser. Am Rücken ist ein zusätzlicher Griff angebracht, mit dem man die Körperposition noch mal beeinflussen kann. Außerdem ist der Griff auch in den Wellen ziemlich hilfreich, weil man sich die Kleinen dadurch schnell und einfach schnappen kann, wenn es im Atlantik doch mal zu wild wird. Die Weste hat drei individuell einstellbare Gurte (zwei seitlich und einen im Schritt) die für eine bequeme und sichere Passform sorgen. Emil hat die Weste immer super gerne angehabt und sich nie über irgendwas beschwert – sie scheint also wirklich bequem zu tragen sein.

Die Weste wurde jetzt offiziell an den kleinen Bruder vererbt. Das Thema „Sorgen machen um die Kinder in der Nähe von Wasser“ ist für uns also noch lange nicht ganz geklärt, aber immerhin scheinen wir auf dem richtigen Weg zu sein. Anton ist jetzt ziemlich genau in der gleichen Phase wie Emil in dem Alter. Jetzt hat er die Weste bekommen und beginnt damit hoffentlich genauso schnell Spaß und Sicherheit im Wasser zu entwickeln. 

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1 Comment

  • Reply Jennifer 24. Januar 2020 at 11:14

    Super hilfreich! Danke! Unterwegs sein und Wasser… das ist auch unsere größte Angst. Denn natürlich zieht es uns einerseits ans Wasser – immerhin ist es dort meist am schönsten. Und dennoch sehen wir uns schon wie aufgescheuchte Hühner dauernd auf der Hut, die Kleinen davon abhaltend, sich dem Wasser allein zu nähern. Herzlichen Dank für den Tipp!

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