Von Peniche auf die Berlenga Insel – ein Ausflug, der sich wirklich lohnt!

9. Oktober 2019

Schon bevor wir nach Peniche gekommen sind, habe ich im Wild Guide Portugal etwas über die Berlenga Inseln gelesen. Die Inseln liegen 10 km westlich vor der Küste von Peniche und die größte der drei Inseln, die Berlenga Grande, kann besucht und erkundet werden. Ich hatte das also im Kopf, als wir ein paar Tage in der Nähe verbracht haben. Die Jungs haben eigentlich immer Bock auf Bootfahren, ein bisschen Abwechslung zu nur am Strand abhängen konnten wir auch gebrauchen und die Beschreibung der Insel klang wirklich super: atemberaubend und abgeschieden. Da konnten wir also nicht widerstehen. 

Wir haben uns also auf den Weg in den Hafen gemacht, von wo aus die Fähren zu den Berlengas starten. Auf dem Parkplatz dort konnten wir unseren Camper ohne schlechtes Gefühl für ein paar Stunden stehen lassen und wir haben uns in einem der Fahrkartenbüros Tickets besorgt. Da wir schon außerhalb der Saison waren, gab es nur einen Anbieter, der an dem Tag eine Fahrt mit dem Schnellboot angeboten hat. Uns wurde gesagt, dass das Meer zwar ganz schön rough ist, es aber absolut sicher, also auch kein Problem mit zwei kleinen Kindern, ist. Darauf haben wir uns erst mal verlassen und sind voller Vorfreude – vor allem die Jungs – auf das Boot gestiegen.  

Bis wir den Hafen verlassen haben, war auch alles in bester Ordnung. So lange bis wir dann wirklich auf dem offenen Meer waren. Der Wellengang war schon richtig doll und die Jungs haben ziemlich Schiss gehabt. Und ich muss ehrlich gestehen, ganz entspannt war ich auch nicht – aber das darf man sich in so einem Moment natürlich auf keinen Fall anmerken lassen. Die Fahrt hat ca. 20 min gedauert und ich habe selten 20 min erlebt, in denen die Jungs komplett den Schnabel gehalten haben. Emil hat sich an Arne festgeklammert und Anton hat original die ganze Zeit dagesessen sich festgehalten, den Blick nicht vom Boden abgewandt und hat keinen Mucks von sich gegeben. An sich ist die Fahrt schon das erste Highlight, denn die Strecke führt vom Hafen entlang der schroffen Küste von Peniche und es ist ein echt toller Ausblick. Wenn man den Ausflug mit Kindern macht, sollte man besser achten, dass die See einigermaßen ruhig ist, damit auch wirklich alle die Fahrt genießen können. Wir haben (in der Nebensaison) als Erwachsene jeweils 20 € bezahlt und die Kinder jeweils 15 €. Man kann auch direkt im Voraus noch eine Guided Tour und eine Tour mit einem Glasbodenboot von der Insel aus buchen. Beides war bei uns nicht möglich, da wir außerhalb der Saison waren. Auf die Guided Tour kann man glaube ich auch verzichten, es ist total schön, die Insel alleine zu entdecken. Das mit dem Glasbodenboot wäre allerdings bestimmt noch nett gewesen, da man damit die Höhlen und Grotten rund um die Insel erkunden kann. 

Wir waren also zumindest erst mal froh, als wir den kleinen Hafen der Berlenga Grande Insel erreicht haben und das Boot verlassen konnten. Kurzzeitig dachte ich auch, dass es Anton vielleicht etwas übel geworden ist, aber das war, sobald wir wieder festen Boden unter den Füssen und er seine Sprache wiedergefunden hatte, schnell hinfällig. 

Die Inseln waren für Portugal historisch gesehen, ein wichtiger Ort, der verteidigt werden musste. Um sicherzustellen, dass Angreifer die Insel nicht als Ausgangspunkt nutzen, um die portugiesische Küste anzugreifen wurde im 17. Jahrhundert das Fort São João Baptista erbaut. Das Fort kann besichtigt werden und wir haben uns direkt auf den Weg dorthin gemacht. Da man nicht unbegrenzt Zeit hat auf der Insel, muss man schon sehen, dass man mit den Kindern einigermaßen vorankommt. Das war in unserem Fall erst mal nicht so einfach, denn auf der Insel wimmelt es nur so von kleinen Eidechsen, die auf den ausgetretenen, zum Teil sehr steilen Pfaden rumflitzen. Die Jungs mussten natürlich bei fast jeder Eidechse erst mal stehen bleiben, um sie zu beobachten. Wir sind also zunächst eher schleppend vorangekommen. Das war aber auch nicht weiter schlimm. Denn der Blick von der Insel aufs Meer und den Praia do Carreiro do Mosteiro, einen wunderschönen Strand eingebettet zwischen beeindruckenden Klippen und dem kleinen Hafen, ist wirklich irre toll. 

Trotz der vielen Eidechsen haben aber auch wir es noch bis zu dem Fort geschafft. Der Weg dorthin ist auf jeden Fall ein kleines Abenteuer und nichts für schwache Nerven. Es führt ziemlich enge Wege hinauf und hinunter und man muss an Abhängen entlang über etliche Stufen, bis man die engen gewölbten Brücken des Fort São João Baptista erreicht. Der Weg ist mit Kindern absolut machbar, aber man muss schon vorsichtig sein und Anton war zumindest die meiste Zeit an der Hand. Vor allem bei den Stufen, die total unregelmäßig sind, und dem Übergang über die Brücke zum Fort sollte man lieber vorsichtig sein. 

Wir waren wahnsinnig stolz auf unserer Jungs, wie toll sie das gemacht haben. Wir sind eigentlich nicht so die Wanderer und manchmal ist schon der kleinste Weg zum Strand oder in ein Örtchen zu viel. Aber hier sind die beiden, wenn es die Wege erlaubt haben, munter vorne weg gestapft. Emil hat das Fotografieren erst kürzlich für sich entdeckt und hat versucht alles festzuhalten, was ihm unter die Linse gekommen ist. Ohne Meckern oder Jammern haben sie den ganzen Weg zurückgelegt. Vor allem von Anton war ich verblüfft, wie er mit seinen kleinen dünnen Beinchen die vielen Stufen wieder hochgestapft ist.

Es gibt auch noch einen Leuchtturm, der auf dem höchsten Punkt der Insel steht. An ihm kommt man vorbei, wenn man vom Hafen in Richtung Fort läuft. Der Farol Duque de Bragança ist aber leider nicht für die Öffentlichkeit zugängig.  

Nach drei Stunden auf der Insel haben wir uns wieder am Hafen eingefunden und auf unser Boot gewartet. Ich hatte erst Sorge, dass die Jungs gar nicht mehr einsteigen wollen, aber zum Glück waren das unbegründet. Da weder die Guided Tour noch die Fahrt mit dem Glasbodenboot angeboten wurde, sind wir noch ein kleines Stück mit dem Boot um die Insel gefahren, bevor wir aus auf den Weg Richtung Peniche gemacht haben. Wir haben noch etwas über das Fort und die Pflanzen und Tiere auf der Insel erfahren und konnten die Felsformation sehen, die aussieht wie ein Elefant.

Die Fahrt zurück war zum Glück etwas entspannter. Zwar nicht, weil das Meer jetzt ruhiger war, sondern weil das Schiff Probleme mit dem Motor hatte und es deshalb nur mit halber Geschwindigkeit vorwärtsging. Im ersten Moment hat mich diese Info auch nicht besonders beruhigt, aber im Nachhinein war es glaube ich ganz gut. Emil hat sich dann sogar noch mit Arne während der Fahrt aufs Oberdeck getraut und ich glaube die Chance besteht, dass wir die beiden auch mal wieder zu einem Ausflug mit einem Boot überreden können 😉 

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