Wagenburg oder nur wir vier? Vom Reisen alleine oder mit anderen

4. August 2019

Von Hamburg aus hat es uns schon immer an den Wochenenden raus aus der Stadt gezogen. Vorzugsweise an Ost- oder Nordsee. Freitags nachmittags los und sonntags zurück. Und jedes verlängerte Wochenende was sich ergeben hat, haben wir mitgenommen. Meist haben wir einen Plan für uns vier gemacht. Wenn es gepasst hat, hat sich jemand angeschlossen, sonst waren wir alleine unterwegs. Viele unserer Freunde haben Busse, umgebaute Kastenwagen oder Wohnmobile. Familien mit Kindern oder ohne. Von daher hat sich meistens irgendeine Konstellation ergeben und nicht nur einmal standen wir zusammen mit fünf anderen Campern auf Fehmarn. 

Auf der Reise ist es etwas anders, weil wir prinzipiell erst mal alleine unterwegs sind. Trotzdem treffen wir jede Menge Leute. Viele Freunde und Bekannte von uns melden sich, wenn sie irgendwo sind und wissen, dass es ungefähr bei uns auf der Route liegen könnte. Und natürlich lernen wir auch neue Leute kennen. Aber was ist eigentlich schöner? Wenn man mir mehreren unterwegs ist oder nur wir vier? 

Ich würde sagen, für uns ist eine Mischung perfekt. 

Es hat viele Vorteile, wenn man mit – nennen wir es mal – Gleichgesinnten unterwegs ist. Man kann sich tägliche Aufgaben teilen und sich gegenseitig Dinge abnehmen. Die einen kochen, die anderen bespaßen die Kinder und die nächsten übernehmen den Abwasch. Den Einkauf macht man im besten Fall gemeinsam und zum Abendessen schmeißen alle zusammen, was sie haben und daraus ergibt sich dann eine leckere Mahlzeit. Bei den Kindern gibt es natürlich, wenn andere gleichaltrige dabei sind weniger Langeweile, andererseits aber auch mal mehr Streit, weil jeder sich erst mal wieder in der neuen Konstellation einfinden muss. Und für uns Erwachsenen ist es schön mehr Austausch zu haben, abends auch noch mal bei einem Wein oder einer Runde UNO zusammenzusitzen. 

Man muss sich eben bewusst sein, dass man sich, besonders beim gemeinsamen Reisen, auch auf Befindlichkeiten von anderen einstellen muss. Und dazu muss man überhaupt erst mal bereit sein.
Das fängt schon bei der Platzwahl an, bei den Schlafenszeiten der Kinder, Essgewohnheiten und auch bei dem unterschiedlich zur Verfügung stehendem Budget. Wir sind super entspannt, was feste Routinen angeht und wenn man dann mit jemandem unterwegs ist, bei denen es zum Beispiel feste Uhrzeiten für Mahlzeiten oder so gibt, ist das eine Umstellung, der man sich anpassen muss. Außerdem hat man weniger Zeit für sich selbst oder nimmt sie sich vielleicht auch einfach weniger, wenn man mit mehreren unterwegs ist. 

Wir haben auf unserer Reise eine Familie aus Essen kennengelernt. Irgendwie hat es sich so ergeben, dass wir erst fast eine Woche zusammenstanden. Und uns dann später sogar noch mal für knapp zwei Wochen getroffen haben und auch gemeinsam vom französischen Inland an die Küste gefahren sind. Das hat einfach super gepasst und war total angenehm. Nach wie vor schreiben wir uns und schicken uns jeweils den aktuellen Standort. Zumindest ist fest geplant, dass sich unsere Routen noch mal kreuzen werden. Und bestimmt kann aus so was, auch eine Freundschaft entstehen, die über die Reise hinweg hält. 

Um ehrlich zu sein, mögen wir sowas fast am liebsten. Wenn es einfach passt. 

Wenn man zusammen sein kann, ohne große Pläne oder Absprachen zu machen. Wenn es unkompliziert ist und einfach nett. Und darum freuen wir uns, wenn wir andere treffen und wenn nicht, dann ist das auch völlig ok. Weil wir vier uns genug sind. 

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